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Wie funktioniert " Vintage Sound" ? die besten Tipps & Tricks

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Mit Ami Winehouse wurde der Retro-Sound charttauglich. Regelmäßig schaffen es seitdem Titel die nach 60er oder 70er Jahre klingen in die Playlists. Aber wie kann man diesen Sound heute reproduzieren?

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28.01.2016 - PraxisTalk

Dein Kommentar

  1. #10 Unisono schrieb am 02.02.2016
    Man kann im Prinzip alles trimmen. Den sound, den tonerzeugter, selbst die Umgebung des Raumes. alles interessante Möglichkeiten. Stimmt schon, dass Unterbetontheit im Mix besser ist, als gleich ein fettes Master-Plugin draufzulegen. Wichtiger ist das hinhören, egal ob mit plugin oder per Decke über den Kopf.
  2. #9 Andreas Balaskas schrieb am 02.02.2016
    Hiermit könnt ihr eure Mukke auf "vintage" trimmen ;-)
    iZotope Vinyl : izotope.com/en/products/effects-instruments/vinyl
  3. #8 Marc schrieb am 01.02.2016
    Also Vintage Sound "retro" oder wie auch immer man das nennen mag definiert sich meines Erachtens aus der Wahl der Instrumente in Kombination mit den eingesetzten Aufnahme Techniken. Durchaus auch beeinflusst von Technologie die zu der Zeit eingesetzt wurde und deren Klanglicher Charakteristik.

    Wenn es um das Thema geht frage ich gerne auch mal so gegen: Hatten die großen Musiker der 50er -70er denn so Hochauflösende Interfaces wie wir heut zu Tage? Wie konnten die je Welterfolge Produzieren das geht doch gar nicht.. Und darauf folgt meistens langes bedenkliches Schweigen. Als nächstes vielleicht noch die Aussage: "Die hatten dafür aber Tape und Schallplatten" was mich zum Kern des Klanges bringt. Bands der Retro Zeit gingen in Studios und dort wurde geprobt, und dann DIREKT auf Aufgenommen. Nicht groß Multitracking etz. Keine endlose Kompression. Der Effekt war auf dem Instrument und wurde mit aufgenommen. Das Geheimnis einer Retro Aufnahme ist also deutlich auch in der Aufnahme und Mischtechnik gelegen. Wer anfängt irgendwelche Sidechain Tricks oder Brikasti Reverbs der 90er zu verwenden - wird nicht Retro klingen. Weil die Geräte damals in den 70ern nicht existiert haben. Man macht doch auch nicht auf nem Retor Oldtimer Rennen mit und fährt mit nem Diabolo vor. Andere Zeit andere Technik.

    Die Kunst einer Abmischung ala Amy und Co liegt darin das, so blöde es nun klingt, man eine alte MUSIKRICHTUNG die lange Zeit keiner mehr Angefasst hat Produziert hat, und anfing diese neu auf zu legen. Man Orientiert sich an berühmten Liedern und sucht als nächstes eine Stimme die "Charakter" besitzt. Und um diesen Charakter sucht man diesen Retro "Sound" bis das Bild im Kopf passt. Es ist das Gefühl das man besitzt wenn man an Al Capone oder Jazz Kneipen des 2ten Weltkrieges denkt. Dieses Verruchte der Touch von Geheimnis und etwas verbotenem. Dunkel und zugleich ansprechend, als würde man versuchen durch das Microfon Sex zu haben. Obwohl man über etwas vollkommen anderes spricht. Das ist das eigentliche Geheimnis wie ich finde. Musik braucht eine Vision und einen Charakter. Die meisten Voices und Lieder heute sind wie DSDS und Radio so beschränkt in ihrem Klang das jemand wie Mick Jagger oder ein Lindenberg nie NIEEEEMALS in die Endrunde kommen würden. Und das ist das was die Moderne ausmacht. Und am meisten von dem alten Sound unterscheidet. Es sind besondere Charaktere, klang "Typen". Amy und einige andere verkörpern den Stereotyp dieser "Schablone" - Finde eine Stimme die das bedienen kann, und es ist beinahe egal durch welches Micro sie einsingt.. stelle ein DSDS Superstar hin und lass ihn oder sie mal ein Charakter entwickeln und sie sind meist überfordert weil sie nur "kopieren". Sie sind wie Papageien die manchmal sogar hochwertig etwas kopieren, exzellente Sänger/innen die bis ins kleinste ein Lied reproduziert einstudiert abfeuern können. Doch Charakter beginnt dort wo die Stimme auch einfach weiter Singen kann, wenn plötzlich der Sound sich ändert und man sich denkt das klingt noch immer aber es ist etwas eigenes. Und man merkt der Charakter ist ECHT. Er oder Sie lebt das wovon er/sie singt - echte Emotionen. Das war es auch was Amy aber auch viele der ganz Großen letztlich umbrachte. Sie waren real. Oder sind irgendwann aus der Fiktion abgedriftet bis diese zur Realität wurde. Was sie nur noch besser machte. Aber innerlich zerstörte.

    Wobei wir bei dem wesentlichen Kern sind, egal ob Röhre oder Kompressor Neve oder SSL Konsole. Es sind und bleiben die Musiker die den Klang bestimmen. Manchmal Frage ich mich wie wohl eine Moderne Aufnahme von so Liedern wie die der Moonlight Serenade mit alternativen Modernen Aufnahme Techniken klingen würde? Ich Wette wenn jemand wie zb. Hans Zimmer sich dieser Aufgabe annehmen würde wäre der Sound plötzlich in den Radios wieder IN. Aber warum? Nun, zum einen weil Hans Zimmer ein exzellenter Komponist ist der sein Handwerk wirklich beherrscht. Es wäre eine Ehre mal für die Dauer eines ganzen Projektes dabei zu sein und zu sehen wie es beginnt, bis zum Ende bis man es fertig hat. Er hat es begriffen was es bedeutet das man einen Sound, egal WELCHER ART, zu aller aller erst im Kopf erzeugen muss. Bevor man ihn versucht auf zu nehmen. Die Vorstellung wie was klingen soll muss fix und fertig vorliegen. Wie ein Maler der die Augen schließt und das Bild vor Augen sieht.

    Sicher kann man einen Mix auf ein Raster auflegen, das Stereobild abarbeiten, was liegt wo was wurde verwendet. Aber das alles ersetzt nicht die Vision dessen wie etwas am Ende klingen soll. Und sicher ist auch das Master klang prägend. Ich meine damit das Zielmedium der Vinylplatte hat einfach andere Grundfaktoren die beachtet werden müssen - die sich dann auf den Klang auswirken. Der Job des Mastering Pro welcher die Sounds für die Platte aufarbeitet hat sich bis heute wenig geändert. Er passt das was er bekommt so an das die Nadel nicht Springt, die Rize sauber cuttet, die Nadel nicht durchsticht und die Geschwindigkeit der Umdrehungszahl perfekt abgestimmt ist. Das Stereo bild nicht zu breit und der klang nicht zu Harsch ist. Ist das BEST MÖGLICHE für das Zielmedium erreicht geht es an die Vervielfältigung. Und auch da gibt es Unterschiede wie man bei dem Video sehen kann: https://www.youtube.com/watch?v=2u8OpI6NZt8 Dieses Master ist aber im laufe der Zeit untergegangen! Der Aufwand ist einfach zu groß. Weshalb heute meist in Vinyl geritzt wird, auch weil es sich um kleinere Serien handelt. Hier ein Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=1dGU79-1DYM die Folge der Behandlung des Klanges zur Anpassung auf das Medium hat einige Vorteile - Vinyl ist gezwungener Maßen nicht so Stereolastig und hat bessere da sauber bearbeitete Bass Mono Anteile. Was die Platten verglichen zu manch Master in Clubs bis heute Druckvoller klingen lässt. Da diese einfach unten im Bass sauber sind wo Digitale Master seltener drauf achten. Weil es macht dem Medium CD nix aus! Das Problem ist aber das viele Mixe heute schon von Hause aus viel Stereo Information besitzen. Man nimmt oft Stereo auf und vergisst dabei das die Zeit damals Keine DAWs kannte. Und so führt eines zum nächsten - man mischt anders, und erhält auch einen anderen Klang.

    Ist es denn dann überhaupt Möglich als Homeproducer Retro Sound zu produzieren? Nun, wenn ich etwas neu erschaffe so ist das NIEMALS retro oder alt. So wie der Techno der 90er geprägt von Access und Waldorf, Lexicon Reverbs und Roland Tb808/909 Tr303 war - und dies heute als "retro" oder oldscool Tech oder Euro Trance klassifiziert wird kann man sich alte Hardware kaufen, nachbauen und arm werden. Oder man hat seine eigene Vorstellung wie etwas klingen muss und setzt dies um. Wenn es bedeutet das ich das Mikrofon mit einem Metalleimer ummanteln muss um eine gewisse Reflektion zu erhalten oder was auch immer - und das Ergebnis kling wie ich es will. Und es überzeugt, so hat man seinen Job gut gemacht. Es ist gerade bei retro die nicht Perfektion und das gefühlte "nicht künstlich" produzierte das den Charme ausmacht. Man hört es ob eine Trompete eingespielt wird, oder ein Saxophonist spielt - anstatt ein NI Pack..

    Abgesehen davon ist die Aussage das Amy retro klingt voll die verarsche^^ ich mein, man höre sich mal den Sound von einst an nennt man glaube ich Jive oder so.. kp. aber was da als Retro verkauft wird ist die Fiktion eines Retro das man definiert hat. Weil es ein Gefühl umschreibt - nicht mehr und nicht weniger. Dies bezüglich find ich den Vergleich zu Motown von Andre echt super. Aber man muss mal auch dazu sagen das ein Sound wie der der Comodores, eines Steve Wonder oder auch der Jackson 5 heute von Plattenproduzenten durchgebracht würde. Wtf ein Dicker schwarzer blinder Mann der zudem Hässlich ist der eine Sexistische Phanasie Sprache singt ? Fall für eine Klinik: DER NÄCHSTE BITTE.. James Brown wäre heute ein nichts! Es war doch auch so das damals halt einfach live mit geschnitten wurde. MAN HATTE NICHT DAS GELD für ein Studio - so manche Live Aufnahme wie von Atlantis hätte heute keine Zukunft, aber weil man damals andere Zeiten hatte. Weniger auf dem Markt war - funktionierte das. Und man kann nicht retro Produzieren wenn man heutige Standards einsetzt. Man muss lernen zu erkennen das Hey Jude von Hendrix alles andere als eine perfekte Aufnahme ist oder war. Und einige der geilsten Live Aufnahmen klingen als Studio Version sowas von schlecht. Man sollte aufhören ständig Leute zu kopieren und anfangen Charakter zu mischen. Seele in die Lieder herein zu bringen, weg von der Industriellen Massenproduktion - und weg von Konformität. Ein Album wie die Magic Mystery Tour - holy sh... so viele verschiedene Sounds auf einer LP und heute? Eine CD 8 Lieder 8 klingen gleich. Selbe Schema, 0 Innovation Hauptsache bedient mit dem was die Leute erwarten. So macht man Geschäft - aber wirklich gute Musik kommt von Herzen und das Herz singt nie gleich. Es hat unzählige Fassetten. Darum mag ich zb. den Sound von Genesis und die Solo Alben von Phil Collins er ist abwechslungsreich. Das Album zu dem Soundtrack Buster zb. hört man an und es gibt so viele unterschiedliche Sounds darauf, es ist unterhaltsam. Alben der Moderne hingegen sind oft 2 Dimensional und pressen (vom Label aus) eine Richtung wie blöde durch. Wenn dann mal ne Ballade rein rutscht wie Nothing Else Matters uuups.. da klingt was anders!

    Ich beende diesen Text mit euren Worten: Make more Musik
  4. #7 Krypto schrieb am 01.02.2016
    Ich bin der Meinung das man heutige Produktionen die auf "Vintage" machen, auch mit einem Augenzwinkern zu betrachten.
    Ich produziere auch gerne im 80er/90er stil.
    Aber selbst wenn es mit originalem Equipment damaliger Zeit produziert wird, die heutigen Abspielgeräte werden es nie mehr so abspielen können. Und das gröbste ist, das Vintage Hörer, neue Produktionen schon im Voraus schon in den Computermusik Topf werfen, ohne sich wirklich damit richtig beschäfigt zu haben. Denn alles was mit Jahrgang nach 1999 ist, ist automatisch mit Computer gemacht. (Vorurteile bleiben immer)
  5. #6 Andre schrieb am 31.01.2016
    Hochinteressantes Thema! Musik hat für meinen Geschmack in den 70, 80 Jahren wärmer geklungen. Insbesondere bei der Musikgenre von Soul, Pop, Funk und Klassik-Rock. Früher war Klasse, statt Masse. Heutzutage wird zu sehr auf Lautheit und Bass gesetzt; es wird zu stark komprimiert und maximiert. Der Vintagesound hat was. Allein schon die Entwicklung von Mikrofonen, Lautsprechern, Kopfhöreren, Preamps etc. seit den 60 ziger Jahren ist eine Evolution. Instrumente waren damals differenzierter wahrzunehmen. Schönes Beispiel, die alten Tamla Motown Aufnahmen der 60 ziger bis in den 70 ziger Jahren hinein, wo Instrumente deutlicher auf dem linken und rechten Kanal platziert waren, als in der Mitte. Siehe Beatles. Ich habe damals meine Vinylplattensammlung auf PC digitalisiert. Das war so Mitte der 90 ziger Jahre. Damals waren aber die mp3 Encoder/Decoder nicht so entwickelt wie heute. Beim Abspielen alter mp3 Audiodateien sind leider störende Artefakte zu hören. Es war ein Fehler, die alte Plattensammlung zu verkaufen. Heute bereue ich das stark. Vinyl ist Goldwert.
  6. #5 Susi Soso schrieb am 29.01.2016
    Der Amen Break is auch Vintage!
  7. #4 mike schrieb am 29.01.2016
    Hallo liebe Freunde!
    Ich hätte da einen guten Tip für Euch. Mouse T solltet Ihr mal interwieven . . .
    In Sachen Retro der ultimative Tip.

    lg mike
  8. #3 Herb schrieb am 29.01.2016
    So genial Amy war und die Musik auf "Back to black". Es gibt einen Faktor, durch den sich "Back to black" grundsätzlich von "echten" Vintage Platten unterscheidet: Die "dynamic range"! Denn leider ist die Platte ein schlimmes Beispiel des viel-diskutierten "Loudness war" - ausgerechnet...
    Mir unverständlich, wie man einerseits sich zum Vorsatz macht alles original "vintage" aufzunehmen, damit auch wirklich dieses Flair entsteht aber andererseits jegliche Dynamik zerstört... seht Euch mal die Waveforms an, DR lag z.T. bei 4 oder 5, traurig...
  9. #2 Wellenstrom schrieb am 29.01.2016
    Es gibt schon den einen oder anderen klassischen Vintage Sound, der auch ein a) Originalinstrument erfordert oder b) das dementsprechende VSTi bzw. 'nen Sampler mit den entsprechenden Samples.
    Ich habe z.B. vor kurzem 'nen VSTi Mellotron Clone für mich entdeckt, mit den entsprechenden (gesampleten) Tapebanks.
    Denke, diese coole "cheesiness" im Sound ist anderweitig kaum authentisch zu reproduzieren. Sehr reizvoll auch - und gerade - in Verbindung mit moderneren Sounds.
  10. #1 Markus schrieb am 29.01.2016
    Danke für diese Sendung - ein Thema auf das ich schon lange gewartet habe. Die Beiträge von Raphael fand ich interessant man merkt, dass er in der Materie drin ist. Schade fand ich, dass Andreas immer wieder thematisch abgeschweift ist und nicht viel zum Thema sagen konnte - war er wirklich der richtige Gast dafür?
    Für Vintage-Sound gibt es für zumindest im Bereich RnB eine lebendige Retro-Soul-Szene! Schade, dass dies nicht Erwähnung fand. Soul- und Funk-Bands, die in den letzten Jahren einschlägige Vintage Alben produziert haben sind: "The New Mastersounds" (UK), "DeRobert and the Half-Truths" (US), "Osaka Monaurail" (Japan), "The Bamboos" (Australien), "The Sweet Vandals" (Spanien).
    Von "The New Mastersounds" weiß ich, dass der Gitarrist Eddie Robert höchst persönlich die Alben abmischt.
    Ich hätte es gut gefunden einmal ein original Motown Album anzuhören und im Vergleich ein akutelles Retro Album (z.B. von The New Mastersounds). Analyse: Was macht den Sound Retro - welche Reverbs werden verwendet - damals, heute.
    Und bitte: Warum muss man immer mit Hardware-Begriffen und Plugin-Namen um sich werfen? Wichtig ist das Handwerk und nicht die tools!!!

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