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Talks und Interviews, Stammtisch
Sendung vom 25.02.2011

Moral ist egal

Andrew Levine

Tonmeister VDT | Balance engineer | Location recordist | Recording producer

Zur Website von Andrew Levine

Der Stammtisch rund ums Musik machen. Diese Woche mit Thomas Wendt (Öffnet externen Link in neuem Fensterthomaswendt.de) und seinen Gästen: Andrew Levine (Öffnet externen Link in neuem Fenstermobile-blumlein.net), Andre Dupke (Öffnet externen Link in neuem Fensterhamburg-audio), Tom Ammermann (Öffnet externen Link in neuem Fenstermovision.de) und Kai Schwirzke.

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      Kommentare

      Seite 1 von 2     12      >>

      #20 Richie schrieb am 04.03.2012 18:14 answer
      Vielleicht nochmal ein kleiner Nachtrag zur DJ-(Einkommens-)Debatte:
      Nur absolute spitzenbezahlte DJs, wie z.B. David Guetta, erhalten 5-stellige Gagen. Genannter erhält laut Beat-Magazin für einen Abend 79.000Euro Gage. Das ist jedoch absolute Ausnahme. In einer normalen Kölner Diskothek freut man sich schon, wenn man 300-400Euro für 2-4 Stunden Abendprogramm erhält; in einer kleineren Bar könnten 100 Euro schon viel sein.
      Nicht ohne Grund ist das DJing für den überwiegenden Teil also allerhöchstens ein Nebenjob für Freizeit, Ferien und Wochenenden.
      #19 karpfen schrieb am 08.03.2011 15:45 answer
      moin
      höre gerade eure interessante diskusion zum thema
      "content bezahlen" oder nicht, da fällt mir doch gerade ein,
      daß die "einstürzenden neubauten" für sich ein modell entwickelt haben, wie sie ihren "content" finanziert bekommen.
      sie haben eine "comunity" die gefragt wird: " wollt ihr unsere nächste cd überhaupt haben?"
      wenn ja wird das ding ,je nach spendeneingang (auflage) produziert oder nicht. (es gibt natürlich einige "gimmicks" für die unterstützer), und es scheint zu funktionieren.
      so ein modell wäre doch auch einmal eine überlegung wert.
      #14 DaSa schrieb am 28.02.2011 09:52 answer
      BOAAAHHHH....
      Schwierige Runde diesmal. Alle plappern durcheinander.
      Is aber auch ein heikles Thema.

      Aber wenn das wirklich stimmt, was die Musikbonzen da auf ihrer Tagung da abgelassen haben, frage ich mich

      HABEN DIE IN DEN LETZTEN 20 JAHREN EIGENTLICH GARNIX KAPIERT ?????

      Die selben blöden Sprüche jedes Jah neu aufgewärmt.
      Diesmal war mal ausnahmsweise die Jurnallie der Buhmann und nicht der böse Filesharer.

      Solange selbst ein einfacher "Schalplattenunterhalter" sprich DJ $ 10000 pro 2 Stunden Gig bekommt, frage ich mich ernsthaft, warum ich diesen Irrsinn unterstützen sollte.
      Wo ist da der Wert der erbrachten Leistung ?

      Und so ganz schlimm scheints ja nun auch nicht zu sein, den Andrew treibt sich ja nun auch schon seit paar Wochen in Malaga rum, um in Ruhe ein Album aufzunehmen.

      Wer kann das schon für sich behaupten ?

      Wenn man sich dann noch diese alberne Oscar-Verleihung ansieht, kanns gar nicht so wild sein.

      Ausschweifende Dekadenz ist auch im Altertum schon ein paar mal schiefgegangen.....
      Meistens fing es aber genau so an.

      Und wie jemand schon sagte, sobald man Musik (Kunst allgemein) nur mit dem monetären Hintergedanken macht, hört man das an der Qualität und ist VERZICHTBAR.

      Ich mache musik aus FREUDE und SPASS - Punkt

      Gruß,
      DaSa

      PS. Schade das NonEric nicht dabei war. Dem seine Meinung zum Thema würde mich brennend interessieren.
      #15 TBB schrieb am 01.03.2011 00:21 answer
      Ein "einfacher" DJ bekommt mit Sicherheit nicht eine 5stelligen Betrag als Gage. Das verdienen nur absolute SpitzenDJs. Ein normaler DJ kann froh sein, wenn er überhaupt auflegen darf und vielleicht 100 EUR Aufwandsentschädigung bekommt. So funktioniert der Kapitalismus eben.

      Und missgönnst Du André etwa, daß er in Malaga Musik macht?

      Ist da etwa jemand ziemlich neidisch und eifersüchtig????
      #13 Michael schrieb am 27.02.2011 22:46 answer
      Hallo zusammen,

      ein kontroverses Thema, das auch sehr viel Raum für emotionales Denken mit sich bringt.

      Der Kern der Frage für mich ist der - ist die Arbeit der Menschen zu entlohnen verloren gegangen?

      Die Antwort für mich ist : ja.

      Aber warum?

      Warum ist der heutige Mensch nicht mehr bereit für etwas zu zahlen, was er konsumiert?

      Ist die Moral verloren gegangen?
      Gibt es keinen Respekt mehr?

      Wenn ich mich in der aktuellen Politik so umsehe, Thema Gutenberg - könnte ich meinen ja.
      Nichts hat mehr seinen Wert behalten - nur ein Beispiel von vielen.

      Und wo findet man noch Vorbilder, Wegweiser die einen anderen Weg zeigen?

      Es gab mal den Werbeslogan - "Geiz ist Geil"

      Das ist wohl der Sinn der Zeit.

      Jeder scheint wohl zu wissen, oder zu ahnen - mach ich meinen Geldbeutel auf - werde ich beschissen.

      Neben dem Jäger- und Sammlergefühl, beim Saugen aus dem Netz kommt eben noch das "Geiz ist Geil" Gefühl dazu.

      Nicht das ich hier falsch verstanden werden will - finde das überhaupt nicht gut und will das auch nicht akzeptieren!

      Aber wenn ich mir MP3-Files für 15€ aus dem Netz kaufe und ich vielleicht daneben eine "kostenlose Version" bekommen kann ....

      Früher hielt man das Venyl seiner Begierde in der Hand, mit der Musik drauf die man hören wollte.
      Ein Kleinod - eine Eroberung.
      Ich hegte und pflegte meine Platten.

      Mit einem Computerfile geht das einfach verloren.
      Im Gegensatz - es stört doch einfach nur, wenn der Speicher voll ist und nix mehr neues auf den Player passt.

      Für mich wurde einfach verpasst, sich der Zeit und den Dingen zu stellen : Musik muss nicht nur günstiger werden, bessere Qualität besitzen (nicht nur Quantitativ) sondern auch wieder Inhaltlich hervorstechen - wieder etwas Wertvolles darstellen!

      Gerade in Zeiten wo man fast nichts mehr physisch anpacken kann, sonder nur noch in Bits und Bytes vorliegt sind Inhalte wichtiger denn je.
      #12 sven schrieb am 27.02.2011 16:00 answer
      Leider hat die Zeit bewiesen, dass auch Kleinkünstler (Nischenkünstelr) unter dem Filesharing leiden und in den letzten Jahren viele Vertriebe und Lables pleitegemacht haben, die sich um solche Musik gekümmert habe. Das Replikator Problem von Star Trek verdeutlicht das Problem aber die Maßnahmen der Tonträgerindustrie waren Kontraproduktiv. Musik wird in rauen Mengen konsumiert und eigentlich sollte es solch eine Krise gar nicht geben.
      Es ist zwar schön, dass manche Musiker (gezwungenermaßen) mehr Live spielen, aber dabei gibt es auch sehr schöne Studiomusik und ich geniese 'Musik auch mal gerne zuhause, will sagen Yello bzw. Leute wie Boris Blank haben es heute unendlich schwer oder sind nahe zu unmöglich.
      Der Wert der Musi wurde mehrfach von Tom angesprochen und hier sollte man nach meiner Meinung ansetzen. Der Wert den Musik hat, ist ein emotionaler Wert. Deswegen unterscheidet man ja zwischen Klassiker, Evergreens, etc, weil sie auf Dauer die Menschen berührt. Die Tonträgerindustrie schert sich ein Dreck darum, denen geht es nur darum ihre Produkte zu verkaufen und da ist ein "emotinales hochertiges Produkt" wie Pink Floyd oder so, genausoviel Wert wie die neuste Bravo Hits. Der Konsument der da nicht den Überblick verlieren will braucht zeit sich damit auseinanderzusetzen und das wollen die meisten nicht. Es gibt in vielen Innenstadtbereichen überhaupt keine Tonträgergeschäfte mher mit kompetenten Fachpersonal, im Saturn muss man den Verkäufern den Namen der Beatles buchstabieren, weil die nicht wissen, wer das ist. Man muss Musik aber auch nicht unbedingt verkaufen, mache ich auch nicht und bei dem was man alles beachten muss, frage ich mich schon ob es das auch wirklich wert ist. Habt ihr oft genug darüber berichtet und das ist kompliziert, auch wenn es euch einfach erscheint.
      Also versucht den emotionalen Wert herauszuarbeiten, das Bewustsein dafür zu erschaffen, das hinter Musik Arbeit steck, vieleicht manchmal mehr die man für einen MP3-Player aufwenden muss und einem Internetrfähigen Computer.
      #9 Arnold S. schrieb am 27.02.2011 13:55 answer
      Eigentlich müsste man alle Filesharing Seiten für ihr Schindluder zur Verantwortung ziehen und für den kostenlos bereitgestellten urheberrechtlich geschützten content strafrechtlich verfolgen.

      Das wäre die allerlogischste Schlussfolgerung!
      Das geht aber wiederum technisch wahrscheinlich schwer und müsste wie internationele Probleme (z.B. wie der Klimawandel) durch internationale Kooperation und Strafverfolgung geahndet werden.
      In Europa könnte das der EuGH übernehmen.
      #16 DerSchoene schrieb am 02.03.2011 10:31 answer
      Das Problem ist: Wen willst Du denn da verklagen? Das gesamte Internet?

      Das sind digitale Daten. Da gibt es nichts, was man besitzen oder anfassen könnte. Eine Datei existiert zum Beispiel bei einem Download gleichzeitig an Dutzenden, wenn nicht Hunderten verschiedenen Stellen, egal, ob ein legaler oder illegaler Download. Bei jedem Server, Proxy, Router, Aufholverstärker, Provider und in jedem Rechner wird die Information zum Teil mehrmals vervielfältigt und auf verschiedensten Medien gespeichert. Das findet andauernd und in jedem Land statt, wo die Daten durchfließen. Und das können sehr viele sein, denn selbst bei einem Datentransfer von Hamburg nach Hannover könnten die Daten im Prinzip sämtliche Kontinente mehrmals überqueren, bis sie am Ziel ankommen.

      Die Daten werden also selbst bei einem legalen Download hunderte Male vervielfältigt, bis sie beim User ankommen. Wenn dann die Industrie versucht, dem User zu verbieten, eine Datei von seinem Rechner auf den mobilen Musikabspieler zu kopieren, ist das schon ziemlich absurd.

      Natürlich muss man das Problem mit den illegalen Downloads angehen. Das geht aber nicht, indem man das Internet ausdruckt oder unsere Rechtsprechung aus Bismarcks Zeiten auf das Internet loslässt.
      #17 TBB schrieb am 02.03.2011 16:02 answer
      Anfassen - nein; Besitz - ja, doch!

      Aber deshalb wird ja auch meistens nicht der Download, sondern der Upload strafrechtlich verfolgt.
      Am Upload kann man den Brecher des Urherberrechts schon packen. Aber es ist sehr mühsam.
      #18 DerSchoene schrieb am 02.03.2011 17:43 answer
      Interessant. Dann möchte ich gerne mal sehen, wie man eine Anordnung von elektrischen Schalterstellungen besitzen kann. Mehr sind digitale Daten nicht - "an" und "aus". Ich laufe ja auch nicht durch meine Wohnung, schalte in verschieden Zimmern das Licht ein und behaupte dann, ich würde diese Schalterstellungen in irgend einer Form besitzen.
      #8 André J. schrieb am 27.02.2011 12:27 answer
      Je mehr die Musik als Produkt oder Mode-Gimmick unter die Leute gebracht wird umso kleiner wird die Chance, dass die Musik in dem !!zu erwartenden!! Umfang gekauft wird.

      Ich denke je mehr man in eine Nische geht umso höher ist wahrscheinlich der !!Prozentuale Anteil!! an gekaufter Musik (oder täusche ich mich da ?).
      Die eigentliche Stückzahl ist dann natürlich nicht in dem Masse des Pop-Produktes gegeben.
      Aber die Bereitschaft für Musik zu bezahlen ist doch höher (behaupte ich mal).

      Wenn man die Zielgruppe Jugendliche hat wirds extrem schwierig mit der eigentlichen Musik die Kohle einzufahren. Da ziehen dann alle Nebeneinnahmen mehr (Konzerte, Merchandising usw.) und seid Ihr da der Meinung, dass die Musikbranche da auf dem Level des möglichen Ausreitzbaren ist ? Ich nicht.
      Da ist so manche Szene-Band deutlich kreativer.

      Im Pop-Bereich ziehen also jegliche Massnahmen die es schaffen den Hörer dem Künstler (und nicht dem Business) näher zu bringen. Aber sehr wahrscheinlich laufen diese Massnahmen in die Leere wenn es alle tun.

      Ansonsten sage ich da zur Pop-Musikbranche nur : Weniger ist mehr und lieber mal eine DSDS/Supertalent-Staffel auslassen (gern auch 2 oder 3 ;-) Die Halbwertszeit von Pop-Musik ist halt leider immer wie kürzer geworden weil uns immer wie schneller vor die Ohren geknallt wird was nun populär sei ;-)

      Schöne Grüsse
      André J.
      #10 Arnold S. schrieb am 27.02.2011 14:02 answer
      @Andre J.:

      "Ich denke je mehr man in eine Nische geht umso höher ist wahrscheinlich der !!Prozentuale Anteil!! an gekaufter Musik (oder täusche ich mich da ?).
      Die eigentliche Stückzahl ist dann natürlich nicht in dem Masse des Pop-Produktes gegeben.
      Aber die Bereitschaft für Musik zu bezahlen ist doch höher (behaupte ich mal)."

      Diese Hypothese kann durch das Argument gestützt werden, dass man auf den "illegalen" Filesharing Seiten Nischenprodukte bzw. Musik die an Hörer gerichtet ist, die weniger zu den "digital natives" gehören, eher weniger stark aufgefunden werden können.

      Ab einem Gewissen Bekanntheitsgrad wird es dann aber wieder schwierig nicht kostenlos im Netz aufzutauchen.

      Tipp an Newcomer: gebt euch einen Namen wie "238293", "Ich", "Liebe", "xyz" ......... dann findet man euch nicht auf diesen Seiten xD