Mobile Recording mit Andrew Levine - Folge 3 - Piano
Andrew Levine
Tonmeister VDT | Balance engineer | Location recordist | Recording producer
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Heute ein Hausbesuch bei der Pianistin Anne Holler. Ihr Flügel steht in einem kleinen Zimmer, für das Üben kein Problem, aber wie nimmt man so ein Instrument vor Ort wohlklingend auf und vermeidet (weitgehend) Probleme mit Raummoden, dem "kastigen" Klang kleiner rechteckiger Zimmer und Nebengeräuschen einer normalen Wohgegend?
Die Konzeption der Mikrofonierung wird wie geplant umgesetzt, mit einem AB-Hauptmikrofon (zwei KSM 137 in Nieren-Charakteristik) und einem Abstand von 60 cm, einem XY-Paar unter dem Flügel (zwei KSM 141 in Nieren-Charakteristik) und zwei Stützen im Instrument (zwei KSM 44 in 8er-Charakteristik).
Das AB-Paar mit 60 cm Distanz gibt nach Eberhard Sengpiel einen Aufnahmebereich von 118°, d.h. das Klavier wird breiter aufgezogen als bei der vor mit meist verwendeten Distanz von 51,5 cm, aber nicht aufgebläht wie bei Klein-AB -- einer Konfiguration die ich bislang noch nie verwendet habe.
Ganz wichtig: die Signale sollen im Mix unbedingt komplett nach links bzw. rechts gepannt werden, wenn man keine (mehr oder weniger deutlichen) Kammfiltereffekte hören möchte. Also, AB von Anfang an so aufstellen, daß es gut klingt :-)
Warum Nieren für AB? Generell kann man jede Charakteristik einsetzen, die Kapseln sollen bloss parallel aufgestellt sein und in eine Richtung zeigen. Je kleiner die Kapsel ist um so weniger wichtig ist das allerdings, weil kleinere Kapseln im Allgemeinen ausgeglichenere Polardiagramme aufweisen, d.h. Schall von allen Richtungen unabhängig von den Frequenzanteilen unverfärbt wiedergeben. Die Nierencharakteristik reduziert hier den Einfluss von Schall, der nicht direkt von vorne auftrifft.
Warum 8er im Flügel? Bidirektionale Mikrofone sind stark richtend, mit fast vollständiger Auslöschung von Schall der direkt seitlich, von oben und unten auf die Kapsel trifft.
Und was ist mit dem XY-Paar unter dem Instrument? Ich habe es bislang im Mix nicht verwendet, aber es handelt sich um eine Position, wo der Klang vom Flügel alle anderen Geräusche effektiv dominiert.
So, genug der Theorie. Ich wünsche viel Spaß auch bei dieser Episode!
Weitere MusoTalk Sendungen zum Thema:
- Mobile Recording mit Andrew Levine - Folge 1
- Mobile Recording mit Andrew Levine - Folge 2
- Oratorium in Surround mit Andrew Levine
Mikrofon-Links:
Shure KSM 137, Shure KSM 141, Shure KSM 44



























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> Aber sag mal Andrew, befürchtest Du nicht, daß deine Mitteilungsfreude
> Dir irgenwann mal zum Verhägnis werden könnte ?
die Videos sind nicht als Kochrezepte zu sehen. Es sind Momentaufnahmen einer spannenden Arbeit. Ich selber habe viel von dem profitiert, was ich von Kollegen gelernt habe, und da gebe ich gerne Impulse weiter -- auch in der Hoffnung zu hören, dass es nützlich war, oder sich optimieren ließe, oder anders besser geht usw.
Viele Grüße,
Andrew
das ist eine Komposition von Anne Holler.
Viele Grüße,
Andrew
Noch eine Frage zur Mikrofonierung: Blumlein Technik ist in diesem
Fall wohl ungeeignet wegen des kleinen Raumes?
Mich hätte übrigens ebenfalls noch der Solo-Klang der Stützen interessiert.
die Videos sind ja soweit ganz nett - damit meine ich alle drei Folgen von Andrew Levine Mobile Recording. Allerdings hören sie inhaltlich alle in der Mitte auf, also gerade dort, wo es anfängt interesant zu werden. Warum zeigt man nicht in einem zweiten Teil, wie die Mikrofonsignale jetzt einzeln klingen und welche Kombinationen dann zu welchen Klang führen etc. Ich meine es muss ja kein Workshop sein, aber irgendwie suggeriert der Aufbau und die Machart der Filme, welche ja recht dokumentarisch angelegt sind, dass da noch was kommt und dann ist das Video vorbei und man ist etwas enttäuscht. Das wirkt dann irgendwie alles so halbherzig und undurchdacht.
Im vorliegenden Beispiel stellt Herr Levine ein XY Paar unter das Klavier, hat es aber am Ende gar nicht benutzt. Ja, ist ja ok und durchaus nachvollziehbar aber welchen inhaltlichen Nutzen hat dieser Punkt dann für den Film? Dieser ganze Aspekt der Inhalte und wie sie hier filmisch präsentiert werden birgt noch sehr viel Verbesserungspotential. Das gilt auch für alle anderen Videobeiträge auf Musotalk, die abseits der "Angecheckt", "Hausbesuch" ö.ä. Formate stattfinden. Es wirkt leider in dieser Hinsicht alles noch recht unprofessionell. Die technischen Dinge hat man ja ganz gut im Griff und da gibt es auch kein Problem, aber Inhalt (Drehbuch) und Dramaturgie sind leider nur sehr rudimentär ausgeprägt.
Es fehlt mir beispielsweise auch so eine Art Intention oder Ziel in den Videos. Was will mir der Macher hier eigentlich sagen? Geht es darum etwas zu lernen? Soll man nur gut unterhalten werden? Soll eine bestimmte Technik vorgestellt werden? Etc. pp. Auch das ist für mich nicht ersichtlich und damit bleibt alles in so einer Grauzone, ist weder Fisch noch Fleisch.
Beste Grüße
- Sascha
Die Frage ist nur wer hört den "subtilen Unterschied" und wer ist
bereit dafür angemessen zu zahlen ?? Wer kauft das "Ergebnis",weil der
sound vielleicht etwas natürlicher klingt wie ein gutes piano aus dem
keyboardbereich,bzw sehr gut aufgenomenen samples ?
Im Endeffekt kommt`s doch drauf an,was der Künstler draufhat und wen er
damit ansprechen kann - also Können und feeling.
Die Qualität im Unterschied der Aufnahme ist doch vergleichbar mit
dem der der Unterschiede bei den Digitalinterfaces,die ihr kürzlich getestet habt.Klar die Vollprofi`s hören die Unterschiede raus aber nicht die Durchschnittshörer,die für den take eh nichts bezahlen wollen...